Gender Lunch Talk: Zeugenschaft und Geschlecht in digitalen Öffentlichkeiten (wg. Krankheit abgesagt)

15.11.2018 | 12:30 - 13:30
Die Veranstaltung fällt leider aus!

Das Margherita-von-Brentano-Zentrum präsentiert im Wintersemester 2018/19 an drei Terminen Projekte und Neuerscheinungen aus dem Bereich der Geschlechterforschung der Freien Universität Berlin.

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, Lunch mitzubringen und mitzudiskutieren!


Input am 15.11.2018 (muss leider entfallen!)

Dr. Saskia Sell, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

Zeugenschaft und Geschlecht in digitalen Öffentlichkeiten

Wie wird in digitalen Öffentlichkeiten Geschlecht in der Subjektposition der Zeugenschaft hergestellt? Wessen Zeugnis und welche Art von Zeugnis wird mittels welcher diskursiven Praktiken als wahr und glaubwürdig dargestellt und medial weiterverbreitet? Wem und welcher Botschaft wird wie Glaubwürdigkeit abgesprochen? Fragen wie diesen widmet sich das hier vorgestellte Projekt. Es verbindet Perspektiven der Geschlechterforschung mit aktuellen Perspektiven der Journalismusforschung und der Medienethik. Als Prozess und als Praxis ermöglicht Zeugenschaft die diskursive Transformation von Ereignissen und Erfahrungen. Sie prägt unser Verständnis des Weltgeschehens. Durch die Übertragung von Zeugnissen findet eine Übertragung von Verantwortung statt.

Zeugenschaft informiert und appelliert, sie signalisiert Handlungsbedarf und ermöglicht Dokumentation als Grundlage für zukünftiges Handeln. Sie verunmöglicht Schutzbehauptungen, die empfundene Ohnmacht gegenüber gegenwärtigen Verhältnissen oder entfernten Gewaltakten erträglicher machen sollen, streicht das Wir-haben-all-das-ja-gar-nicht-gewusst aus dem Repertoire des Sagbaren. Testimonialwissenzirkuliert unter durch die Digitalisierung von Kommunikationsprozessen veränderten Bedingungen. Die Subjektposition der Zeugenschaft wird herausgefordert. Durch den Fokus auf diskursive Praktiken der Zuschreibung und Negierung glaubhafter Zeugenschaft im Journalismus und in sozialen Medien soll dieses Projekt zur Offenlegung von mit Geschlechterpositionierungen verbundenen Formen Epistemischer und Testimonialer Ungerechtigkeit (Miranda Fricker, 2007) beitragen.

Zeit & Ort

15.11.2018 | 12:30 - 13:30

Habelschwerdter Allee 45, Raum KL 29/135 (Rost- und Silberlaube)

Weitere Informationen

Kontakt:

Dr. Sabina García Peter