Statement des Margherita-von-Brentano-Zentrums zu den antifeministischen und queerfeindlichen Angriffen auf (Hochschul-)Öffentlichkeit
News vom 27.10.2026
In den vergangenen Wochen kam es zu mehreren queerfeindlichen, rechtsextremen Angriffen am Institut für Theaterwissenschaften der FU Berlin: Während der Orientierungswoche wurde die Pride-Flagge vor dem Institut heruntergerissen. In der darauffolgenden Woche wurden Hakenkreuze und Nationalsozialismus verherrlichende Slogans in einer genderneutralen Toilette des Instituts gefunden.
Zudem fand am 22. Oktober eine antifeministische Demonstration der ultrakonservativen, rechtskatholischen und fundamentalistischen Gruppe „Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum e. V. (TFP)“ vor dem Haupteingang der FU statt, bei der eine Männergruppe unter dem Titel „Öffentlicher Rosenkranz gegen Abtreibung“ gegen körperliche Selbstbestimmung demonstrierte.
Das MvBZ verurteilt diese rechtsextremen Angriffe auf queere Hochschulöffentlichkeit genauso wie auf körperliche Autonomie. Unsere Solidarität gilt den queeren Studierenden und Kolleg*innen der FU sowie Mitgliedern der Universität, die sich durch die antifeministische Demonstration bedroht gefühlt haben. Wir sprechen uns explizit für eine queere und feministische Hochschulöffentlichkeit aus und erachten diese als zentral für eine diskriminierungsfreie, gleichberechtigte, diverse und demokratische Gesellschaft.
Wir rufen dazu auf, solche Angriffe nicht unbeantwortet zu lassen. Dafür möchten wir auf die Berliner Meldestellen für Diskriminierung hinweisen, bei der Hasssymbole an der FU und/oder diskriminierende Vorfälle gemeldet werden können, was zur Sichtbarmachung von Gewalt und deren statistischen Erfassung beiträgt.
à https://www.berlin.de/sen/lads/beratung/meldestellen-fuer-diskriminierung-1498255.php
Zudem möchten wir auf die Aktionswoche „Wissenschaft gegen Faschismus“ aufmerksam machen, die vom 16.-20. November bundesweit stattfinden wird und eine Rahmung bietet, um über queerfeindliche, antifeministische und/oder rechtsextreme Gewalt und die Rolle von Wissenschaft und Universität ins Gespräch zu kommen. Es besteht die Möglichkeit für Studierende und Lehrende, Veranstaltungen für die Aktionswoche anzumelden.
à https://wissenschaft-gegen-faschismus.de
Zuletzt möchten wir außerdem auf die verschiedenen Beratungs- und Unterstützungsangebote an der FU Berlin hinweisen:
Allgemeines Beratungsangebot der FU Berlin: https://www.fu-berlin.de/beratung/index.html
Psychologische Beratungsstelle: https://www.fu-berlin.de/sites/mentalwellbeing
Queerfeministischer Peer-Support des AStA: https://astafu.de/beratung/queerfem
