Über Margherita von Brentano

Margherita von Brentano Foto Mathias Lieck klein
Margherita von Brentano, 1961
Bildquelle: Frigga Haug

Das Zentrum trägt den Namen Margherita von Brentanos (1922–1995), die von 1970 bis 1972 als erste Frau das Amt einer Vizepräsidentin an der Freien Universität Berlin innehatte. Die Philosophin Margherita von Brentano di Tremezzo, die 1948 bei Martin Heidegger promoviert und sich 1971 als Assistentin von Wilhelm Weischedel habilitiert hatte, lehrte bis zu ihrer Emeritierung als Professorin am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin.

Bereits 1963 setzte sie sich in einem Vortrag im Rahmen der Universitätstage an der Freien Universität mit dem Thema „Die Situation der Frauen und das Bild ‚der Frau‘ an der Universität“ auseinander. In den Folgejahren veröffentlichte sie mehrere wissenschaftliche und journalistische Artikel zur Diskriminierung von Frauen an Hochschulen, in denen sie auch die Frage behandelte, wie und warum Wissenschaftlerinnen unterschiedlich mit ihrer Ausgrenzung aus der akademischen Welt umgehen. Margherita von Brentano sieht die Benachteiligung von Frauen an der Universität als „Gesamtproblem des Selbstverständnisses von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft“. Für sie ist „das Verhältnis der Geschlechter, der beiden Grundwesen also, Mensch zu sein, von alters her und immer noch ein Verhältnis der Herrschaft und Unterdrückung: so sehr, daß selbst die schöne und wahre Forderung, es solle ein solches der Partnerschaft sein, wenn es als verwirklicht behauptet wird, selbst Mittel der Herrschaft wird.“

Über den Feminismus als wissenschaftliche und politische Bewegung der 1970/1980er Jahre hat sich Margherita von Brentano durchaus skeptisch geäußert. Dass das Zentrum ihren Namen trägt, ist nicht als retrospektive Vereinnahmung einer kritischen Intellektuellen zu sehen, sondern als Verpflichtung, Geschlechterforschung und feministische Wissenschaft selbstkritisch und selbstreflektierend zu begleiten und dabei jene Prinzipien wissenschaftlichen Denkens und Handelns nicht aus den Augen zu verlieren, für die Margherita von Brentano mit ihrem Werk und ihrer Person einstand.

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Literatur:

  • Margherita von Brentano: Akademische Schriften. Hg. mit einer Einleitung von Peter McLaughlin. Göttingen: Wallstein 2010
  • Margherita von Brentano: Das Politische und das Persönliche. Eine Collage. Hg. von Iris Nachum und Susan Neiman. Göttingen: Wallstein 2010

Seit 1995 trägt der Preis, mit dem die Freie Universität Berlin besondere Leistungen in der Förderung von Frauen und der Geschlechterforschung würdigt, den Namen Margherita von Brentanos.

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