Gender Lunch Talks Wintersemester 2017/18

Gender Lunch Talks Wintersemester 2017/18

Gender Lunch Talks Wintersemester 2017/18

Inputs


09.11.2017

Hyun Gyung Kim Ph.D. (Graduate School of East Asian Studies)

Searching for the feminist ‘sexual violence prevention education’ in Korea

The presentation examines an impasse that occurs as the ‘sexuality as violence’ concept comes to have the discursive power regulating education for sexual violence prevention and sexual education in schools, and tries to look for the possibility of a feminist education for sexual violence prevention in Korea. The feminist movement against sexual violence in Korea is an axis leading a trend in education emphasizing the prevention of ‘sexuality as violence’ recently. Though movement against sexual violence brought forward ‘sexuality as power relations’, it was minimized to ‘sexuality as violence’. The talk will cover how the present education for sexual violence prevention is paradoxically forming normative heterosexual manhood and womanhood and why it fails to prevent sexual violence.

Diese Veranstaltung ist Teil der Themenwoche „Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt“ an der Freien Universität Berlin, 06.–09.09.2017


23.11.2017

Prof. Dr. Martin Lücke (Friedrich-Meinecke-Institut)

Die Homosexuellenbewegung und die Rechtsordnung in der Bundesrepublik 1949–2002

Das Projekt untersucht die homosexuelle Emanzipationsbewegung der Bundesrepublik in ihrer Auseinandersetzung mit der deutschen Rechtsordnung im Zeitraum von der Gründung der Bundesrepublik 1949 bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungskonformität des Lebenspartnerschaftsgesetzes im Jahr 2002. Es fragt nach den Zusammenhängen zwischen Prozessen der Entkriminalisierung und Entdiskriminierung und der Formierung politischer Kollektive und Subkulturen. Untersucht werden die Kriminalisierung mann-männlicher Sexualität durch § 175, Berufsverbote und schwul-lesbisches gewerkschaftliches Engagement, die Aids-Krise der 1980er und 90er Jahre sowie Debatten über die sog. "Homo-Ehe". Es handelt sich dabei um ein Teilprojekt der neuen Forschungs­gruppe »Recht – Geschlecht – Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung«, an der die Humboldt-Universität zu Berlin (HU), die Freie Universität Berlin (FU), die Technische Universität Berlin (TU) sowie die Universität Potsdam (UP) und die Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder (EUV) beteiligt sind.


14.12.2017

Prof. Dr. Schirin Amir-Moazami (Institut für Islamwissenschaft/Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies)

Der inspizierte Muslim. Zur Politisierung der Islamforschung in Europa

Muslime in Europa sind gegenwärtig im gleißenden Licht der Öffentlichkeit. Sie werden befragt, begutachtet, reguliert, kontrolliert oder anerkannt. Ihre Religiosität wird beäugt, vermessen und archiviert. Von diesem geballten Interesse ist auch die akademische Forschung nicht ausgenommen. Wie kaum ein anderes ist dieses Forschungsfeld von einer engen Verbrämung von akademischer Wissensproduktion und politischer Eingriffsoption gezeichnet. Hier ist Einhalt geboten. Anstatt weiteres, verfeinertes Wissen über Muslime zu produzieren und den bisherigen Verfehlungen auf diese Weise geräuschlos zur Korrektur zu verhelfen, problematisiert dieser Band die Wissensproduktion selbst. Die Autor_innen greifen dabei insbesondere auf Ansätze der feministischen und postkolonialen Theorie zurück. Ausgehend von der Annahme, dass die kritische Reflexion zugleich immer auch ein Potenzial der Verschiebung birgt, setzen sie auf eine Veränderung und Erweiterung der Fragerichtung: Wer wird überhaupt als „Muslim“ in den Blick genommen, wie und warum? Unter welchen Prämissen werden welche Fragen gestellt? Mit welchem Religionsbegriff operiert die Forschung? Welches Verständnis von religiös-kultureller Pluralität liegt zugrunde? Wie prägen die disziplinären und methodologischen Zugänge den Forschungsgegenstand?


25.01.2018

Prof. Dr. Jenny Schrödl (Institut für Theaterwissenschaft)

Kunst-Paare. Beziehungsdynamiken und Geschlechterverhältnisse in den Künsten

Die Dahlem International Network Junior Research Group thematisiert aus theaterwissenschaftlicher, kulturwissenschaftlicher und historischer Perspektive die Re-/Präsentationen von Zweierbeziehungen sowie die damit verbundenen Inszenierungen von Geschlechterverhältnissen und Emotionen in den darstellenden und bildenden Künsten vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Im Zentrum der Analyse stehen zwei Arten von „Kunst-Paaren“: Einerseits werden sogenannte ‚Künstlerpaare‘ betrachtet und andererseits ‚Paare in den Künsten‘, also Paarinszenierungen in künstlerischen Aufführungen oder Werken. Hervorgehoben wird mit dem Konzept ‚Kunst-Paar‘ eine genuine Konstruiertheit, Ästhetizität sowie Medialität des Paares, welche in der sozialwissenschaftlich ausgerichteten Paarforschung zumeist ignoriert werden. Umgekehrt widmet sich die theater-, kunst- und medienwissenschaftliche sowie ästhetische Forschung bislang kaum Fragen der Aufführung und Darstellung von intimen Beziehungen, ebenso wenig spielt die Paar- bzw. Duo-Inszenierung eine entscheidende Rolle, solistische und kollektive Formen dominieren hingegen die bisherige Forschung. Ziel der JRG ist es, an der Behebung dieser Desiderate zentral mitzuwirken und fundierte Aussagen über künstlerische Paarvorstellungen treffen zu können. Darüber hinaus strebt die Gruppe an, Erkenntnisse über andere oder gar neue Konzepte vom Paarsein zu erlangen.


08.02.2018

Dr. Roderick Galam (Institut für Sozial- und Kulturanthropologie)

Young Filipino men, servitude and the moral economy of becoming a seafarer and attaining adulthood

To get a job as a seafarer in the global maritime industry, thousands of male Filipino youths work for free as ‘utility men’ for manning agencies that supply seafarers to ship operators around the world. Based on ethnographic fieldwork and approached from a moral economy perspective, this presentation examines how manning agencies and utility men differentially rationalise this exploitative work (utility manning).

Manning agencies use it as a technology of servitude that, through physical and verbal abuse and other techniques, enforces docility to prepare utility men for the harsher conditions on-board a ship. In contrast, utility men use it as a technology of imagination, gleaning from it a capacity to shape their future. Faced with little social possibilities in the Philippines, they deploy servitude as a strategy for attaining economic mobility and masculine adulthood.

 


Moderation: PD Dr. Susanne Lettow, Dr. Sabina García Peter