Querelles Jahrbuch - Neuerscheinung

Querelles. Jahrbuch für Frauen- und Geschlechterforschung
Band 12 (2007):

Ulla Bock, Irene Dölling und Beate Krais (Hg.):

Prekäre Transformationen

Pierre Bourdieus Soziologie der Praxis und ihre Herausforderungen für die Frauen- und Geschlechterforschung

Die Perspektiven, die Pierre Bourdieus Soziologie für die Frauen- und Geschlechterforschung eröffnet, sind bislang noch kaum ausgelotet worden. Bourdieus soziologischer Blick, der sich konsequent auf die Logik der Praxis richtet, auf die Wirkungsmacht sozialer Strukturen und symbolischer Ordnungen im Handeln der Individuen, und zugleich die sozialen Akteure ins Zentrum der Reproduktion, Veränderung und Auflösung dieser Strukturen rückt, birgt für eine gesellschaftstheoretisch interessierte Frauen- und Geschlechterforschung große analytische Potenziale.
Die Neu-Figuration von Geschlechterverhältnissen im Zusammenhang der grundlegenden Transformation moderner Gesellschaften zu analysieren, stellt die (sozialwissenschaftliche) Frauen- und Geschlechterforschung vor große Herausforderungen – sowohl hinsichtlich der angemessenen Konzipierung ihrer Forschungsgegenstände als auch hinsichtlich einer kritischen Überprüfung ihrer ‚Erkenntnismittel’, deren theoretischer Kontext wesentlich an die industriegesellschaftliche und sozialstaatliche Moderne gebunden ist.
Vor diesem Hintergrund werden in den Beiträgen dieses Jahrbuches von Querelles diskutiert, welche Anregungen die Frauen- und Geschlechterforschung aus der praxeologischen Soziologie Bourdieus – in kritischer Auseinandersetzung mit ihr und über sie hinausgehend – für ihre notwendig zu leistende doppelte Reflexionsarbeit gewinnen kann.

Über die Herausgeberinnen:

Ulla Bock, Studium der Sozialpädagogik, Soziologie und Sozialpsychologie; Geschäftsführerin der Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung an der FU Berlin.
Irene Dölling, Studium der Philosophie und Bibliothekswissenschaft; seit 1994 Professorin für Frauenforschung und Soziologie der Geschlechterverhältnisse an der Universität Potsdam.
Beate Krais ist Professorin für Soziologie an der TU Darmstadt.

Inhalt

Einleitung

  • Irene Dölling, Beate Krais:Pierre Bourdieus Soziologie der Praxis: ein Werkzeugkasten für die Frauen- und Geschlechterforschung

Selbstreflexivität

  • Sabine Hark: Vom Gebrauch der Reflexivität. Für eine "klinische Soziologie" der Frauen und GeschlechterforschungS

Symbolische Gewalt

  • Angela McRobbie: "What Not to Wear" – Stilberatung und post-feministische symbolische Gewalt Aline Oloff: 'Geschlecht' im Spiel Doing Diplomacy. Implikationen für die Umsetzung von Gender Mainstreaming
  • Claudia Rademacher:"Diskursive Umarmung". Geschlechterverhältnisse und symbolische Gewalt im Postfordismus
  • Maja Suderland:Männliche Ehre und die menschliche Würde. Über die Bedeutung von Männlichkeitskonstruktionen in der sozialen Welt der nationalsozialistischen Konzentrationslager

Soziale Ungleichheiten

  • Bridget Fowler: Pierre Bourdieus Die männliche Herrschaft lesen: Anmerkungen zu einer intersektionellen Analyse von Geschlecht, Kultur und Klasse
  • Susanne Völker: Prekäre Transformationen – herausgeforderte Lebensführungen

Fundstück

  • Brief von Pierre Bourdieu mit einem Kommentar von Beate Krais

Forum

  • Gespräch in Anlehnung an Bourdieus "Soziologischen Selbstversuch"
    Ulla Bock
    (Soziologie), Irene Dölling (Soziologie), Martina Dören (Medizin) Petra Gehring (Philosophie), Karin Hausen (Geschichtswissenschaft) Axeli Knapp (Sozialpsychologie), Beate Krais (Soziologie)

Bibliographie

Über die Autorinnen