Querelles Jahrbuch - Neuerscheinung

Querelles. Jahrbuch für Frauen- und Geschlechterforschung
Band 9 (2004):

Gisela Febel und Cerstin Bauer-Funke (Hg.):

Menschenkonstruktionen

Künstliche Menschen in Literatur, Film, Theater und Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts

In Zeiten der Gentechnologie erhält die Frage nach der Konstruktion künstlicher Menschen eine neue Virulenz. Der Band widmet sich in komparatistischer, interdisziplinärer und intermedialer Perspektive dieser Thematik und deren künstlerischer Gestaltung seit dem 19. Jahrhundert. In der Geschichte des Motivs sind es meist weibliche Körper, die als ideale oder erschreckende Automaten erfunden werden, so daß die jeweiligen Menschenkonstruktionen stets bestimmte Geschlechterdifferenzierungen und Wunschphantasien implizieren und Teil einer Geschichte der Körperinszenierungen sind. Die Beiträge beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten dieses Imaginariums. Dabei reicht das Spektrum von den Statuenbelebungen, der elektrifizierten zukünftigen Eva, den Stimmautomaten über die Puppenfrauen in Text, Bild und Film bis hin zum Cyborg-Konzept. Die Analysen fügen sich zusammen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Utopien und anthropologischen Bestimmungen sowie mit den ästhetischen und ethischen Fragen, die uns heute herausfordern.

Zu den Herausgeberinnen:
Gisela Febel ist Universitätsprofessorin für Romanistik/Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Französische Literatur an der Universität Bremen.
Cerstin Bauer-Funke ist Hochschuldozentin für Französische und Spanische Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes

Inhalt

Zur Einführung

  • Gisela Febel: Einleitung

Aufsätze

  • Irmgard Scharold: Der ‚blinde Fleck’ im Auge des Archäologen: Prosper Mérimées La Vénus d’Ille (1837)
  • Anke Wortmann: Die künstliche Frau als Glücksversprechen. Die zweifelhafte Machbarkeit des Ideals in Villiers de l’Isle-Adams L’Eve future (1886)
  • Cerstin Bauer-Funke: Die Dekonstruktion des Pygmalion-Mythos in Interview de Mrs. Muerta Smith por sus fantasmas (1972) von Agustín Gómez-Arcos
  • Gisela Febel: Stimme und anamorphotischer Blick oder wie man sich in Romanen und Opern in virtuelle Wesen verliebt
  • Claudia Peppel: Warenkörper und Kunstfigur. Der Manichino als ästhetisches Phänomen
  • Sigrid Adorf: Blicke überleben. Die unheimliche Treffsicherheit verfehlter Blicke in Claude Cahuns (1894-1954) photographischen Selbstinszenierungen
  • Birgit Käufer: True Bodies? Von der Suche nach dem echten Körper und dem Finden der Kunstfigur
  • Claudia Bahmer: „Melancholische Darsteller in völliger Einsamkeit“. Rebecca Horns anthropomorphe Objekte als Kehrseite des künstlichen Menschen
  • Julika Griem: Puppe und Affe. Überlegungen zur phantasmatischen Funktion von Tieren und Maschinen anläßlich von Spike Jonzes Film Being John Malkovich
  • Margot Brink: Von Cyborgs, Monstern und der Hochkonjunktur des Hybriden in der Theorie
  • Anja Bandau: Lieber Mestiza als Cyborg? Utopische Konzepte im Chicana/o-Diskurs

Fundstücke

  • Cornelia Lund: Rekreationen – urlaub / ostsee. mit rosanne. Installation und Photographien von Hilde Winkler (1996)
  • "Meine Arbeit war von Anfang an auf Vergänglichkeit angelegt". Ein Gespräch zwischen Cornelia Lund und Hilde Winkler anläßlich ihrer Arbeit urlaub / ostsee. mit rosanne

Forum

  • Alexander Glück: Archäologin mit Biß. Lara Croft – das neue Frauenbild und die Reversibilität falscher Entscheidungen
  • Insa Härtel: Zur Evolution von Trainingsgeräten. Aspekte von Antal Lakners INERS – The Power (1998/99)

Über die Autorinnen und Autoren

Umfang
ca. 230 Seiten, ca. 30 Abb.