Querelles Jahrbuch - Neuerscheinung

Band 1 (1996):

Gelehrsamkeit und kulturelle Emanzipation

Herausgeberinnen des Bandes:
Angelika Ebrecht, Irmela von der Lühe, Ute Pott, Cettina Rapisarda, Anita Runge

Querelles, das Jahrbuch für Frauenforschung, knüpft an die Tradition der europäischen Frauen und Geschlechtergeschichte an. Die europäische Querelle des Femmes des XV. - VIII. Jahrhunderts war geprägt von leidenschaftlichen Debatten über Geschlechterverhältnisse, die von Männern und Frauen geführt wurden, zum Teil gegeneinander, zum Teil aber auch gemeinsam, stets jedoch mit Witz, Verve, Temperament. In diesem Sinne soll das Jahrbuch einen Ort der interdisziplinären Streitkultur im Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung und einen Ort des intellektuellen Austauschs zwischen den Geschlechtern schaffen. Es knüpft dabei an die Tradition der Aufklärung an, die als vielfältiges historisches Phänomen und als unabgeschlossenes Programm der kritischen Selbstreflexion verstanden wird.
Bei aller gebotenen theoretischen Reflektiertheit ist die Absage an jede Form von Dogmatismus zugunsten einer lebendigen Vielstimmigkeit und Vielfalt der Ansätze, der Fragestellungen und Methoden ein zentrales Anliegen.
Jeder Band hat einen eigenen Themenschwerpunkt. Mit Band 1 soll danach gefragt werden, welche Möglichkeiten Frauen in vergangenen Jahrhunderten, besonders im 18., hatten, sich als Gelehrte Zugang zum kulturellen Prozeß zu verschaffen. In internationaler Perspektive, unter Rückgriff auf Vorläuferinnen, im Blick auf unterschiedliche Disziplinen und im Vergleich mit anderen kulturellen Tätigkeiten (literarisches Schreiben, Zeitschriftenherausgabe) werden weitgehend unbekannte wissenschaftliche Leistungen von Frauen vorgestellt. Die Einzelstudien liefern neue Erkenntnisse zur Geschichte der Gelehrsamkeit und kulturellen Emanzipation von Frauen.

Inhalt

Editorial

  • Querelles - Vorwort des Beirats
  • "Gelehrte Frauen" - Vorwort der Bandherausgeberinnen

Thema

  • Brita Rang: In Distanz zur Moderne: Die gelehrte Anna Maria van Schurmann (1607 - 1678)
  • Anke Bennholdt-Thomsen/Alfredo Guzzoni: Gelehrte Arbeit von Frauen. Möglichkeiten und Grenzen im Deutschland des 18. Jahrhunderts
  • Ina Schabert: Bürgerinnen in der Republik des Geistes? Gelehrte Frauen im England der Aufklärung
  • Ulrike Klens: Wissenschaftlerin am Rande: Die Mathematikerin Sophie Germain im nachrevolutionären Frankreich
  • Mariacarla Gadebusch Bondio: Fragmente einer weiblichen Wissenschaftsgeschichte: Isabella Cortese und ihre Secreti, ein erfolgreiches Rezeptbuch des 16. Jahrhunderts
  • Ulrike Böhmel-Fichera: "Keine eigentliche Schulgelehrsamkeit": Marianne Ehrmanns Begriff der 'Denkerin'
  • Susanne Kord: Die Gelehrte als Zwitterwesen in Schriften von Autorinnen des 18. und 19. Jahrhunderts

Fundstücke

  • Briefe von Katharine Helena Dörrien, Elise Reimarus und Julie Friederike Henriette Clodius (Transkription und Kommentar von Anke Bennholdt-Thomsen und Alfredo Guzzoni)
  • Briefe von Therese Huber (Transkription und Kommentar von Brigitte Leuschner)
  • Brief von Sophie Germain an Karl Friedrich Gauß (Kommentar von Ulrike Klens)

Forum

  • "Gelehrte Frau" und Wissenschaftlerin: Historische und aktuelle Formen institutioneller und und individueller (Selbst-)Beschränkung

Rezensionen

  • Timmermanns, Linda: L'accès des femmes à la culture (1598 - 1715). (Margarete Zimmermann)
  • Die Vernünftigen Tadlerinnen (1725- 1726). Neu hrsg. mit einem Nachwort von Helga Brandes. Hildesheim u. a. 1993 (Susanne Kord)
  • Dorothea Erxleben: Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studiren abhalten. Neuausgabe Edition Ebersbach (Ute Pott)
  • Hahn, Barbara (Hg.): Frauen in den Kulturwissenschaften: Von Lou Andreas Salomé bis Hannah Arendt. München 1994 (Ulla Bock)

Bibliographie
Auswahlbibliographie zum Thema "Gelehrte Frauen"