GenderOpen – ein Repositorium für die Geschlechterforschung

„GenderOpen“ – so lautet die Kurzform des von der Deutschen Forschungs­­­gemeinschaft geförderten Projekts zum Aufbau eines Open-Access-Repositoriums für die Geschlechter­­forschung, das am 1. Oktober 2016 gestartet ist.

Ziel des GenderOpen-Projekts ist die Einrichtung einer elektronischen Plattform, auf der Publikationen und andere Wissens­bestände der Geschlechter­­forschung dauerhaft frei zugänglich gemacht und nachhaltig gesichert werden. So soll es Forschenden und Interessierten zukünftig leichter möglich sein, Veröffentlichungen im Feld der Geschlechter­­forschung aufzufinden, mithilfe weniger Klicks einzusehen und mit ihnen zu arbeiten. Autor_innen wird gleichzeitig die Möglichkeit geboten, ihre Forschungs­ergebnisse aus dem Bereich der Geschlechter­forschung auf dieser Plattform öffentlich zugänglich zu machen und damit schneller und zielgerichtet in den Fokus der wissen­schaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken.

Prof. Wolfgang Schön, Vizepräsident der DFG, betonte in seiner Keynote bei den Open-Access-Tagen 2016 in München die deutlichen Struktureffekte, die von dem DFG-geförderten Projekt "Repositorium für die Geschlechterforschung“ zu erwarten seien. Nicht nur werde dadurch ein Publikationsforum etabliert. Über die Plattform würden auch das Community Building für ein dezidiert inter- und transdisziplinäres Forschungsfeld vorangetrieben und traditionelle Publikationsmodelle modernisiert werden (vgl. https://videoonline.edu.lmu.de/en/node/8215, ab Min. 10).

Mit dem Projektstart am 1. Oktober wurden die organisatorischen Vorbereitungs­­arbeiten, die für die technische Einrichtung der ausgewählten Software DSpace notwendig sind, aufgenommen. Darüber hinaus wurden – in Anknüpfung an die bereits geleisteten Vorarbeiten – Quellen identifiziert, aus denen Inhalte übernommen werden können, insbesondere institutionelle und fachliche Repositorien, Zeitschriften­­archive, Verlags­konvolute, von Geschlechter­forscher_innen selbst archivierte Texte, Bibliotheken und Archive der Frauen- und Geschlechter­­forschung und Open-Access-Publikationen. Zu den nächsten Schritten zählt die gezielte Ansprache von Geschlechter­forscher_innen, um deren Texte für das Repositorium einzuwerben.

Das Projektteam möchte das Repositorium so stark wie möglich an den Interessen und Bedürfnissen der community ausrichten und freut sich über jede Anregung und Bereitschaft zur Mitwirkung.

Die Einrichtung des GenderOpen-Repositoriums ist ein Verbundprojekt der drei universitären Geschlechter­forschungszentren Berlins. Es wird von Dr. Anita Runge, Margherita-von-Brentano-Zentrum, Freie Universität Berlin, Dr. Karin Aleksander, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechter­studien an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Prof. Dr. Sabine Hark, Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Technischen Universität geleitet. Weitere Projektpartner_innen sind die Fachgesellschaft Geschlechter­studien/Gender Studies Association (Gender e.V.), das META-Datenbankprojekt des i.d.a.-Dachverbandes der deutschsprachigen Frauen-/Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentations­stellen e.V., das Online Gender Glossar, Leipzig sowie die Landesarbeits­gemeinschaft der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechter­forschung in Niedersachsen.

Die DFG fördert das Projekt mit drei Vollzeitstellen für wissenschaftliche Mitarbeiter_innen sowie studentischen Hilfskräften, die mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten an jeweils einer der beteiligten Einrichtungen angesiedelt sind.