Geschichte

Entwicklung der Publikationsförderung an der Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung

Von 1985 bis 2015 existierte an der Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung ein Arbeitsbereich Publikationsförderung (Leitung: Dr. Anita Runge), in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse unterstützt sowie Projekte zur Professionalisierung und Modernisierung des Publikationsverhaltens durchgeführt werden. Dieser Arbeitsbereich wird am Margherita-von-Brentano-Zentrum fortgeführt.

Die Erfahrungen in diesem Arbeitsbereich finden auch Eingang in die Nachwuchsförderung an der Freien Universität, z.B. im Rahmen von Workshop-Angeboten zum professionellen Publizieren von Aufsätzen und Qualifikationsarbeiten u.a. an der Dahlem Research School.

Bestandteile des Förderprogramms

Mit der Schaffung einer interdisziplinären Buchreihe für Qualifikationsarbeiten (Dissertationen, Habilitationsschriften) wurde bereits 1985 das Ziel verfolgt, der Geschlechterforschung durch qualitätsgesicherte (begutachtete) Veröffentlichungen in einem renommierten Verlag Sichtbarkeit und wissenschaftliches Ansehen zu verschaffen. Die Autorinnen, die in der Monografienreihe „Ergebnisse der Frauen- und Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin“ (insgesamt 60 Bände) veröffentlichen konnten, wurden durch intensive Beratung sowie die Übernahme der Druckkostenzuschüsse unterstützt.

Seit 1996 wurde die Reihe durch die Herausgabe eines interdisziplinären Jahrbuchs ergänzt: Von Querelles. Jahrbuch für Frauen- und Geschlechterforschung erschienen bis 2010 15 Bände.

Mit der Rezensionszeitschrift querelles-net begann 2000 die Umstellung der gedruckten auf elektronische Publikationen. querelles-net, ursprünglich eine Auslagerung des Rezensionsteils aus dem gedruckten Jahrbuch, entwickelte sich zum Pionierprojekt für eine Modernisierung und Umstellung des Publikationsförderprogramms insgesamt.

Modernisierung

Die 2009 vorgenommene Umstellung der Rezensionszeitschrift querelles-net von einer elektronischen Publikation auf ein echtes Open-Access-Periodikum war der erste Schritt in Richtung einer konsequenten Neuausrichtung. Damit wurde das Ziel verfolgt, die Geschlechterforschung nicht nur an den neuesten technischen und rechtlichen Entwicklungen im Bereich des Publizierens partizipieren zu lassen, sondern diese Entwicklungen im Interesse des wissenschaftlichen Feldes und der in ihm arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktiv mitzugestalten.

Infrastrukturentwicklung

DFG-Projekt „Geschlechterforschung und Open Access. Ein Publikationsmodell für ein inter-/transdisziplinäres Forschungsfeld“

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts „Geschlechterforschung und Open Access. Ein Publikationsmodell für ein inter-/transdisziplinäres Forschungsfeld“ (Antragstellerinnen: Dr. Anita Runge/Prof. Dr. Bettina Hannover, Projektzeitraum Mai 2011–November 2012) wurde die Möglichkeit ausgelotet, einen primären Open-Access-Publikationsort auch für Monographien und Aufsatzbände der Geschlechterforschung zu schaffen. Die Ergebnisse wurden in verschiedenen Workshops präsentiert, diskutiert und in einem Abschlussbericht an die DFG zusammengefasst.

Projekt „Ein Repositorium für die Geschlechterforschung“

Auf dem Abschlussworkshop des Projekts „Geschlechterforschung und Open Access“ wurden mit Vertreterinnen und Vertretern von Fachrepositorien und Fachbibliotheken, Geschlechterforscherinnen und Gleichstellungsexpertinnen sowie Zeitschriftenherausgeberinnen die Pläne für einen Fortsetzungsantrag konkretisiert: Aufgrund des im DFG-Projekt festgestellten nach wie vor bestehenden Entwicklungsrückstand der Geschlechterforschung im Umgang mit neuen Publikationsmöglichkeiten wurde beschlossen, Open-Access-„Leuchtturmprojekte“ zu initiieren und sich zunächst dem Aufbau eines fachlichen Repositoriums zu widmen. Drei als Antragstellerinnen kooperierende Institutionen (Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität Berlin und Technische Universität Berlin) arbeiteten unter Federführung der Freien Universität Berlin an einem entsprechenden DFG-Antrag, der inzwischen positiv beschieden wurde. Die Pläne für ein Repositorium wurden verschiedentlich vorgestellt (u.a. auf den Open-Access-Tagen 2013 in Hamburg sowie beim Treffen der Konferenz der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum [KEG] im Rahmen der Jahrestagung der Fachgesellschaft Gender 2014) und haben breite Zustimmung und Unterstützung gefunden.