„Bridging Environments: United by Food?“ (Projekttitel)

Forscherin: Dr. Renata Campos Motta

Unter welchen Bedingungen kommt es zu „Überbrückungen“ zwischen Stadt und Land bei Konflikten über sozio-ökologische Ungleichheiten im Zusammenhang mit den Nahrungsmittelproduktionsbeziehungen? Was verhindert, dass es zu „Überbrückungen“ kommt? Es gibt eine deutliche Lücke in der Literatur der politischen Soziologie über Prozesse der „Überbrückung“ und der „Vermittlung“ an Orten, an denen Probleme entstehen und wo sie behandelt werden, von den lokalen zu den globalen Skalen. Wenn solche Prozesse in der Literatur berücksichtig werden, fehlt es an einer intersektionalen Analyse. Oft wird Frauen eine führende Rolle bei der Basisbewegungen zugeschrieben, während globale Agenten und Brokers meist mit dominanten Männlichkeiten assoziiert sind. Ich beziehe mich auf drei Aspekte des Forschungsproblems. Der erste betrifft die verschiedenen Kategorien von Akteur_innen entlang der Linien der sozialen Klasse, Geschlecht und Ethnizität, die sich in miteinander verbundenen Kämpfen beteiligen. Der zweite beinhaltet mehrere Skalen, in denen Verbindungen zwischen ländlichen und städtischen Gebieten im Rahmen von globalen Nahrungsketten stattfinden: von Prozessen auf lokaler Ebene bis zu denen, die die nationale politische Agenda erreichen und/oder die nationale Grenzen überschreiten. Der dritte ist der Einfluss der verschiedenen Themen, die eine Überbrückung möglich oder unwahrscheinlich machen, bzw. auch wie die unterschiedlichen Materialitäten der Natur sich mit sozialen Mobilisierungen überschneiden.

Nach dem theoretischen Verständnis, dass die Überbrückung von Konflikten von konkreten Handlungen sozialer Akteure abhängt, während sie auch durch Exklusionen, die Orte und Akteure aus globalen Ketten ausschließen, werde ich ausführliche Fallstudien über erfolgreich breit angelegte Koalitionsbildungen, nämlich Wir haben es satt (Deutschland) und Marcha das Margaridas (Brasilien) betreiben.

Zur Person: Renata Motta ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Soziologie am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin und Associated Researcher bei desiguALdades.net, wo sie promoviert hat. Schwerpunkte ihrer Lehre und Forschung sind: politische Soziologie, politische Ökonomie, Umweltsoziologie, soziale Ungleichheiten und Geschlecht. Sie hat zu diesen Bereichen Artikel für Journal of Agrarian Change, Social Movement Studies, Sociology Compass, Revista Brasileira de Ciências Sociais verfasst. Ihre neueste Publikation ist das Buch "Social Mobilization, Global Capitalism and Struggles over Food: A Comparative Study of Social Movements" (Routledge, 2016).

Geplanter Zeitplan: Januar 2017 bis April 2018

Kontakt: renata.motta@fu-berlin.de

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